Zwei Jahre Rot-Rot-Grün – und die Parteijugenden klatschen sich selbst durch die Krise

Zwei Jahre Rot-Grün-Rot in Bremen – und was machen die Jugendorganisationen von SPD, Grünen und Linken? Sie feiern sich. Mit einer Halbzeitbilanz, die mehr nach Fanclub klingt als nach politischer Analyse.

„Wer Rot-Grün-Rot nach zwei Jahren kritiklos feiert, verwechselt Haltung mit Handlung“, sagt Tristan Reim, Vorsitzender der Jungen Liberalen Bremerhaven. „Es reicht nicht, sich für sozial gerecht zu halten – man muss auch mal etwas dafür tun.“

Während viele junge Menschen sich fragen, wie sie sich Ausbildung, Studium oder die nächste Miete leisten sollen, schreiben sich die Parteijugenden gegenseitig einen Freifahrtschein aus. Kein Wort über Schuldenexplosion, Bildungsfrust, Steigende Semesterbeiträge, Verwaltungschaos oder steigende Unsicherheit. Stattdessen: warme Worte, große Versprechen und die Hoffnung, dass es schon irgendwie reicht, die richtigen Schlagwörter zu benutzen.

Und dann das: In ihrer Bilanz loben sie sogar Rot-Grün-Rot für Bremerhaven – obwohl hier die FDP gemeinsam mit CDU und SPD regiert.
„Wer nicht mal weiß, wer in der Schwesterstadt regiert, sollte besser keine Bilanz schreiben. Das ist peinlich – und zeigt, wie weit weg man inzwischen von der Realität ist“, so Reim.

Die Jungen Liberalen wollen echte Lösungen statt ideologischer Dauerbeschallung:
Mehr Chancen für junge Menschen, ehrliche Politik – und keine Angst, sich auch mal mit der eigenen Partei anzulegen, wenn’s nötig ist.